Vom Neufi-Agility zum Hoopers

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Wer immer noch glaubt, dass Hundesport nur was für Border Collie, Jack Russell Terrier, Sheltie und Co. ist, der liegt falsch, wie viele andere Hunde beweisen. Einer davon ist unser Neufibärchen Chewy. Er ist sowieso bewundernswert, wie aktiv und motiviert er ist, trotz seiner vielen Handicaps.

In diesem Beitrag möchte ich euch von Chewy beim Hoopers berichten. Hoopers ist der neue Trendsport aus Amerika, bei welchem die Hunde durch Hooper (Bögen) laufen, um Barrels (Tonnen) und Gates (Zäune) laufen oder durch kurze Tunnel flitzen- und das alles auf Distanz! Ja, richtig, der Hundeführer sollte dabei möglichst auf einer Stelle bleiben bzw. in einem abgegrenzten Bereich und darf dem Hund nur zeigen, wo er lang laufen soll, denn die Reihenfolge des Parcours ist vorgegeben.

Angefangen haben Chewy und ich mit dem Hoopers 2014, da war er etwa 8 Jahre alt. Chewy hatte immer schon Spaß am Agility, durfte allerdings nur durch die Ausleger laufen oder auch den Slalom erlernen, aber das reichte ihm schon. Ab und zu durfte er auch mal über die A-Wand gehen oder die Wippe absolvieren, was er sehr gut konnte (dies allerdings nur langsam und nicht im Parcours). Den Tunnel hat er anfangs auch genommen, aber da der nur 60 cm Durchmesser hat und Chewy 74 cm groß ist, musste er sich immer ducken, und das tat ihm nicht gut. Deswegen hat er die Tunnel dann immer umrundet. Es war abgewandeltes Neufi-Agility, aber es hat ihm gefallen und er hat dadurch gut Muskeln aufgebaut, wie seine Physiotherapeutin bestätigte.

Diese Fotos sind von 2010. Gelernt hat er den Slalom mithilfe von Gasse, V-Slalom und dem Clicker! Wir haben tatsächlich ein Jahr gebraucht, bis er ihn verstanden hat. Aber dann ist er durchgeprescht und hat die (Steck-)Stangen regelrecht verbogen.

Das Training

Begonnen habe ich mit Chewy im Vorgarten unseres damaligen Hauses, also von unserem Zuhause. Wir hatten noch nicht viel Vorbildung, ich habe mir aber viele YouTube-Videos zum Hoopers angeschaut und mir das Buch „Hoopers-Agility: Hundesport ganz ohne Springen“ von Tanja Bauer und Gabriele Lehari bestellt. Das Buch ist klasse, da dort viele verschiedene Möglichkeiten vorgestellt werden, ganz nach dem Motto „alles kann, nichts muss“. Es ist sehr zu empfehlen!

Im Jahr 2015 bin ich dann zu einem Seminar in der Pfotenakademie Ruhrgebiet gefahren, allerdings ohne Hund, da das für Chewy zu lang gewesen wäre und wie sich im Nachhinein herausstellte auch viel zu warm. Das Seminar wurde geleitet von Michael Kroner, seine Art gefiel mir sehr und auch seine Trainingsansätze haben uns gute Fortschritte gebracht. Dieses Jahr fahre ich dort wieder hin, dieses Mal mit Hund: Tuja hat das Vergnügen, denn sie hat mittlerweile auch Spaß daran!
Letztes Jahr war sie mit mir schon auf einem Seminar bei Katrin Werdin, da war sie allerdings noch ziemlich jung und noch nicht lange bei mir.

Da Chewy das Umrunden von Gegenständen schon kannte, haben wir gleich mit einem Hooper und einem Barrel (improvisiert mit einer Tonne, die wir in der Garage gefunden haben) geübt. Man kann dies auch erst mit einer Pylone üben, aber diese hat er anfangs nie umrundet, sondern immer nur „überlaufen“ bzw. umgelaufen. War dann nicht so Sinn der Sache. Wie man im Video sieht, hat er selbst die kleine Tonne umgelaufen. 😂 Angehängt an die Übung haben wir dann noch eine kleine Slalomeinheit, mit den zwei Hoopers, die wir dabei hatten. Typisch Neufi, tapste er da so durch und nahm das ein oder andere Mal einen der Hoopers ein Stück mit. 😁

Wir haben dann – gesundheitlich bedingt – immer wieder Pausen machen und teilweise wieder von vorn anfangen müssen. So ein Neufi überlegt sich doch mehrmals, ob sich die Übung auch lohnt, die man von ihm verlangt, und das selbst wenn es ihm Spaß macht.  😁

Ein Video von 2015 zeigt dann, dass er schon mehrere Hoopers durchlaufen konnte, ich bin aber noch viel mitgelaufen und auch die Körpersprache lies zu wünschen übrig (zu viel eingedreht, der Arm wackelt hoch und runter, statt oben zu bleiben usw.), das lernten wir dann alles erst noch – der Videoausschnitt war noch bevor ich auf dem Seminar im Ruhrgebiet war.

2016 wurde das alles schon besser, wir haben viel dazu gelernt und haben, wie Michael Kroner es auch im Seminar gemacht hat, ein Zäune als Hilfe genommen und ich habe auf den Ausfallschritt geachtet, den uns Katrin Werdin beigebracht hat. Außerdem nahm ich im Training auch gern einen Target zu Hilfe und auf jeden Fall den Clicker! So klappt das alles schon viel besser und Chewy schafft jetzt schon kleine Parcours.

Dabei war die Sache mit der Distanz am Anfang so schwer mit ihm. Er hat sich nur ein paar Meter von mir entfernt und weiter nicht. Selbst mit Target, mit Leckerli, mit Spielzeug, mit Hilfsperson, er ging nicht weiter. Man hätte vermutlich ein Maßband hinlegen können und hätte immer den gleichen Abstand gemessen. Viel Training und viel Geduld (wir konnten wie immer nicht regelmäßig trainieren, aufgrund seiner ganzen Krankheiten und Wehwechen) haben wir es dennoch weit geschafft, finde ich!

 

Wie seht ihr das? Habt ihr auch so sportliche „Riesen“?

 

 

 

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