Chewy – unser Bärchen

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Kleiner Hund – nein, großer Hund!

Es vergingen in etwa sechs  Jahre und es wurde Zeit, dass meine Mutter und ich uns Gedanken über einen zweiten Hund machten. Wir haben uns schon überlegt, dass es ein kleinerer Hund werden sollte. Denn schon damals bei Shiva war mein Vater gegen einen großen Hund – er durfte ja nur maximal kniehoch sein (was bei ihm eigentlich kein Problem war, bei seiner Größe war fast jeder Hund maximal kniehoch). Als wir also mit der Idee zu ihm kamen, entgegnete er uns: ihm kommt kein anderer Hund als ein Neufundländer ins Haus. Uns fiel fast die Kinnlade herunter, aber wir waren glücklich, dass er mit uns einer Meinung war.

Gesagt, getan. Wir machten uns auf die Suche nach einem Neufundländer. Ein Rüde soll es werden. Am liebsten in der Farbe Schokobraun. Der Name stand auch schon: Chewbacca.
Ganz in unserer Nähe gab es eine Neufundländerzüchterin, die zum passenden Zeitpunkt einen Wurf geplant hatte. Leider klappte es auch dieses Mal nicht auf Anhieb – die Hündin war nicht trächtig. Aber kein Grund zur Sorge, die Züchterin empfahl uns eine andere Züchterin, von welcher ihr Deckrüde Gustav vom Büffelhof – genannt Balu – kam. Wir nahmen kurzerhand Kontakt auf und warteten aus der Ferne auf die Geburt der Welpen, denn die Züchterin lebte in Frankfurt.

Die Hündin Amanda von der Räuberhöhle hat am 22. Mai 2006 einen Wurf mit schwarzen und schwarz-weißen Neufundländern bekommen.  Einer davon war unser Chewbacca, er war zwar schwarz, aber die Farbe war uns dann letztendlich doch egal. Chewbacca ist sein Rufname, in den Papieren heißt er Hotzenplotz von der Räuberhöhle. So süß, so frech, so ein kleiner Teddybär. Noch ahnten wir nicht, was für eine Reise wir mit diesem kleinen Bärchen antreten würden…

Armes Bärchen…

Aufgrund einer schon im Welpenalter aufgefallenen Fehlstellung seiner Beine ließen wir Chewy schon früh röntgen. Es war hier schon zu sehen, dass sich bei ihm eine Hüftgelenksdysplasie entwickeln würde. Damals wurde uns von einem Tierarzt knallhart geraten: entweder zurückbringen oder einschläfern. Für uns stand keins davon zur Debatte! Niemals. Wir haben ihn uns ausgesucht und tragen für ihn die Verantwortung.

Schon mit wenigen Monaten begann Chewy damit zu humpeln. Wir machten uns wirklich Sorgen und fuhren mit ihm in die Tierklinik nach Hannover. Es stellte sich heraus, dass Chewy eine OCD in der linken Schulter hat. Es hatte sich ein Knorpelsplitter gelöst, 1,5 cm lang und ein Durchmesser von 0,5 cm. Kein Wunder, dass der junge Hund solche Schmerzen hatte. Er wurde dort endoskopisch operiert.

Später wurde uns gesagt, dass er mit seinen Diagnosen vielleicht eine Lebenserwartung von 2 Jahren habe. Wir wussten nicht, was wir nun tun sollten. Frisch operierter Hund – kein Rat, was man im Anschluß macht. Also haben wir ihn erstmal geschont. Seit dieser Operation kann Chewy im liegen die Vorderbeine nicht mehr nach vorn strecken, sie stehen immer zur Seite ab. Das sieht zwar lustig aus, ist aber eigentlich nur eine Fehlstellung. Vermutlich aufgrund verkürzter Sehnen. Außerdem hat er extreme Reflexe an den Vorderfüßen bekommen. Er reißt die Füße sofort weg, wenn man auch nur leicht daran kommt. Dies hat er bis heute noch.

Es verging ein wenig Zeit und im Alter von in etwa zwei Jahren fand Chewy dann zu seiner Nina – seine Lieblingshundephysiotherapeutin, Hundephysiotherapie Drewermann. Das Gute war: bis nach Schieder war es nicht weit und Nina hat ein Wasserlaufband. Chewy tat die anfangs wöchentliche (später dann alle zwei Wochen) Physiotherapie wirklich gut. Er baute Muskeln auf, Nina löste immer wieder seine Blockaden und es zeigten sich Besserungen in seinem Gangbild. Parallel wurde bekam er in Schloß-Holte für seine mittlerweile bestätigte rechtsseitige HD seine Goldakupunktur. Diese hat ihm auch wirklich geholfen.

Leider hat Chewy trotzdem immer wieder Probleme gehabt. Sodass er eines Tages nur noch auf drei Beinen da stand. Dieses Mal war es das linke Hinterbein. Wieder machten wir uns Sorgen – ist es das Kreuzband? Allerdings hat er zusätzlich immer wieder Probleme damit gehabt, seinen Kopf zu drehen. Auch beim Schütteln kreischte er vor Schmerz. Da konnten wir nur mit leiden…
Dieses Mal zog es uns zum Team Schweda – bekannt aus Hundkatzemaus. Dort wurde Chewy abermals durchgeröntgt. Das Kreuzband war makellos, aber sein Rücken nicht… Es zeigte sich eine beginnende Spondylose. An der Stelle scheint er einen Bandscheibenvorfall gehabt zu haben. Außerdem waren wir sehr geschockt über den Zustand seiner Hüften. Der schlimmste Status, den es für Hüftdysplasie gibt ist HD-E (schwere HD, mit auffälligen Veränderungen an den Hüftgelenken, Pfannenrand deutlich abgeflacht usw.). Chewy habe allerdings – wenn es das gäbe – mindestens eine HD-F, HD-G oder sogar HD-H. Also wirklich schlimme HD. Aufgrund dieser Diagnose bekam er bei Team Schweda eine große Menge Goldimplantate. Diese taten ihm auch wirklich gut.

Neben der Physiotherapie war Chewy auch eine Zeit lang in Behandlung bei einem Chiropraktiker und bekam auch eine Neuraltherapie. Das hat ihm auch sehr gut geholfen. Nichtsdestotrotz – Chewy hat alles so hingenommen, wie es kam. Er ist ein kleiner Kämpfer. Wenn er mal Schmerzen in einem Bein hatte, dann ist er halt auf drei Beinen weitergelaufen.

Hatte er grade mal keine Probleme mit den Gelenken, so bekam er ein riesengroßes Lipom am Brustkorb. Dies haben wir in der Isernhagener Tierklinik bei Dr. Thiet entfernen lassen – woraufhin er einen großen blauen Verband bekam (siehe Foto oben). Das hat sehr gut geklappt, aber wie vorausgesagt, ist es wieder gekommen. Es bereitet ihm aber keine Schmerzen und behindert ihn auch nicht, also lassen wir es jetzt so.

Wenn es ihm gut ging, dann hat er allerlei mitgemacht. Er hat Spaß am Dogdance, Agility (…als „Handicap-Version“) oder auch unser Doggylity, Treibball, Hoopers und Longieren.
Er hat außerdem einen super Charakter, er versteht sich mit so gut wie jedem Hund. Er kam als „Co-Pädagoge“ zum Einsatz im Kindergarten und im Jugendzentrum. Und in der Welpengruppe wird er auch immer gern mit eingesetzt.

Rundum ist er einfach ein toller Hund!

Diese Collage habe ich 2013 erstellt, um Chewys Veränderungen festzuhalten. Seitdem hat er sich optisch auch kaum mehr verändert.

 

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