All about Agility – Teil 2: Die Agility-Geräte & Regeln im Parcours

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Die Agility-Geräte

Beim Agility gibt es einige Geräte, die im Parcours vorkommen können. Hürden und Tunnel kommen mehrmals vor, alle anderen Geräte maximal ein Mal.


Übersicht

Sprünge » Einzelhürde, Doppelhürde, Mauer, Reifen, Weitsprung
Tunnel » (Röhren-)Tunnel, Sacktunnel
Kontaktzonengeräte » A-Wand, Steg, Wippe
Sonstige Geräte » Slalom, Tisch


Vorgaben für die Geräte

In der Prüfungsordnung für Agility sind für die Geräte bestimmte Maße und Bauweisen vorgegeben. Diese werden im Folgenden beschrieben.

Sprünge

Einzelhürde

Zu den Einzelhürden zählen Hürden nur mit Stange (auch mehrere sind erlaubt) oder auch Varianten wie die Bürstenhürde. Wichtig ist auf jeden Fall, dass oben eine lose Stange aufliegt, die herunterfallen kann, wenn der Hund sie berührt. Die Stange muss mindestens 120 cm lang sein. Die Höhen gehen von 55-65 cm (Large) über 35-45 cm (Medium) bis zu 25-35 cm (Small).
Doppelhürde

Die Doppelhürde besteht aus zwei einfachen Hürden hintereinander. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Hürden liegt zwischen 15 und 25 cm, wobei die vordere Hürde immer die Niedrigere ist. Die Maximalhöhe der hinteren Hürde ist wie bei der Einzelhürde. Die vordere Hürde darf maximal 55 cm bei Large, 40 cm bei Medium und 30 cm bei Small haben.

Mauer

Die Mauer besteht aus drei Teilen, also den beiden Seitenteilen und dem Mittelteil. Das Mittelteil muss mindestens 120 cm lang und 20 cm breit sein. Auf dem Mittelteil müssen halbrunde Elemente liegen, die bei Berührung herunter fallen können. Die Höhe entspricht den Einzelhürden. Das Mittelteil kann auch ein oder zwei halbrunde Öffnungen haben.  

Reifen

Der Reifen ist in einem standfesten Rahmen befestigt (z.B. mit Ketten, die allerdings flexibel sein müssen, damit der Reifen nicht zu starr hängt). Die Größe des Reifens (also der Durchmesser) darf zwischen 45 und 60 cm sein. Die Höhe des Reifens wird von seinem Mittelpunkt aus gemessen. Bei Large muss dieser bei 80 cm liegen, bei Medium und Small liegt er bei 55 cm. Mittlerweile gibt es auch schon die sogenannten Sicherheitsreifen, welche Dank Magneten auseinandergehen, sobald sie zu stark berührt werden. So kann kein Hund mehr hängen bleiben und sich verletzen.

Weitsprung

Der Weitsprung besteht aus insgesamt 5 Elementen. Je nach Größe des Hundes, also nach Größenklasse, benutzt man mehr oder weniger Elemente. Die Elemente sind mindestens 120 cm breit und zwischen 15 und 28 cm hoch. Wie viele Elemente man verwendet, hängt von der jeweiligen Weitsprunglänge in der Größenklasse ab. Bei Large ist die Weite 120-150 cm, bei Medium 70-90 cm und bei Small 40-50 cm. An allen vier Ecken stehen beim Weitsprung 120 cm lange Pfosten, welche den Weitsprung begrenzen.


Tunnel

(Röhren-)Tunnel

Der normale Tunnel ist 3-6 m lang und hat einen Durchmesser von 60 cm. Er muss so flexibel sein, dass man ihn auch in Bögen legen kann. Wichtig beim Tunnel ist, dass man ihn gut befestigt. Er darf nicht wegrollen oder wegrutschen. Außerdem sollten die Befestigungen möglichst große Flächen haben und nachgeben, wie z.B. Sandsäcke. Starre und schmale Befestigungen wie Metallbögen sind eher ungeeignet, da sich der Hund daran stark verletzen kann.

Sacktunnel

Der Sacktunnel besteht aus einem festen Teil und aus einem Stoff-Teil. Der feste Teil, also der Eingang, muss 60 cm hoch und 90 cm lang sein. Er ist halbrund und besteht aus Metall oder Kunststoff. Sehr wichtig ist die gute Polsterung am Eingang, sodass der Hund sich nicht verletzt, falls er daran stößt! Der Stoff-Teil ist zwischen 250 und 350 cm lang. Der Hund muss den Stoff-Teil eigenständig anheben, während er hindurch geht. Auch den Sacktunnel sollte man gut befestigen. Einerseits sollte der Eingang nicht rutschen, wenn der Hund im vollen Tempo hinein rennt und andererseits darf sich der Stoff-Teil nicht verdrehen, während der Hund sich in ihm befindet.


Kontaktzonengeräte

A-Wand

Die A-Wand ist 90-115 cm breit. Auf- bzw. Abgang sind 265-275 cm lang. Die Höhe (am Scheitelpunkt) beträgt 170 cm (der Winkel 101,5°). Die Länge der Kontaktzone (der andersfarbige Bereich) ist 106 cm. Der Abstand zwischen den Leisten, die abgerundet sein müssen, beträgt 20-25 cm. Die Wand sollte so fest stehen, dass sie nicht wackelt.

Steg

Die Laufflächen des Stegs sind mindestens 30 cm breit. Die Kontaktzonen haben eine Länge von 90 cm. Der Steg besteht aus drei Teilen (Laufflächen), welche jeweils 360-420 cm lang sind. Nur Auf- und Abgang haben abgerundete Leisten im Abstand von 20-25 cm. Auch der Steg sollte nicht großartig wackeln oder schwingen.

Wippe

Auch bei der Wippe ist die Lauffläche mindestens 30 cm breit und die Kontaktzonen haben auch 90 cm Länge. Die Wippe muss innerhalb von 2-3 Sekunden kippen, wenn man ein 1 kg Gewicht mittig zwischen Achse und Ende der Wippe platziert.


Sonstige Geräte

Slalom

Der Slalom besteht aus 12 Stangen, welche 100-120 cm lang sind und in einem Abstand von 60 cm zueinander stehen. Dafür ist ein festes Gestell vorgesehen, in welchem die Stangen stecken.

Tisch

Der Tisch muss zwischen 90×90 cm und 120×120 cm Grundfläche haben, welche möglichst rutschfest ist. Die Höhen sind 60 cm bei Large und bis 35 cm bei Medium und Small.


Regeln im Parcours

Fehler

Für einen Parcours werden im Turnier Standardzeit und Maximalzeit vorgegeben. Wird die Standardzeit überschritten, gibt es 1 Fehlerpunkt pro Sekunde. Ein Fehler an den Geräten wird mit 5 Fehlerpunkten bewertet. Bei Fehlern läuft man trotzdem weiter, ohne diese zu korrigieren (Ausnahme: Slalom und Tisch).

Es gibt folgende Fehler:

Beim Hund…

  • Abwurf einer Stange bei Hürden
  • Abwurf von Elementen bei der Mauer
  • Aufsetzen einer Pfote beim Weitsprung
  • Umwerfen eines Elementes beim Weitsprung
  • Pfoten zwischen die Elemente setzen beim Weitsprung
  • Keine Pfote berührt die Kontaktzone (Fehler je Kontaktzone)
  • Wippe verlassen, bevor die Achse überwunden wurde
  • Wippe verlassen, wenn sie noch nicht den Boden berührt hat
  • Auslassen einer oder mehrerer Stangen/Tore im Slalom (hier: den Fehler korrigieren, entweder an der Fehlerstelle wieder ansetzen oder den Slalom von vorne machen – falsches Einfädeln kann immer noch Verweigerungen nach sich ziehen; wiederholte Fehler werden nur insgesamt noch einmal mit Fehlerpunkten bewertet – der Slalom muss aber korrekt abgearbeitet werden, bevor es weiter gehen kann)
  • Der Hund springt vom Tisch ab, bevor die 5 Sekunden vorbei sind, die er dort bleiben muss (neu auf den Tisch springen lassen, Zeit beginnt von vorne) oder rutscht vom Tisch ab
  • Beim Sicherheitsreifen: Er zerfällt in die Teile, während der Hund hindurchspringt

Beim Menschen…

  • Zwischen Start- oder Zielpfosten hindurch gehen
  • Einen Vorteil erlangen, dadurch, dass man den Hund berührt hat
  • Ein Hindernis absichtlich berühren

Verweigerungen

Pro Verweigerung gibt es auch 5 Fehlerpunkte. Allerdings führen drei Verweigerungen in einem Lauf zu einer Disqualifikation. Bei Verweigerungen muss man den Hund am verweigerten Hindernis neu ansetzen, ansonsten wird man disqualifiziert.

Folgende Verweigerungen gibt es:

  • An einem Hindernis vorbeilaufen
  • Vor dem Hindernis anhalten
  • Stehenbleiben im Parcours
  • Unter einer Hürde hindurch laufen
  • Zwischen Reifen und Rahmen springen
  • Überlaufen des Weitsprungs
  • Seitlich aus dem Weitsprung ausbrechen bzw. hineinspringen
  • Aus dem Tunneleingang wieder herauskommen, wenn er bereits mit mindestens einer Pfote betreten wurde oder der Kopf hineingesteckt wurde
  • Von Steg oder A-Wand abspringen, wenn alle vier Pfoten noch nicht den Abgang berührt haben
  • Den Slalomeingang nicht treffen (die erste Stange ist immer links vom Hund) – weiteres falsches Einfädeln kann weitere Verweigerungen nach sich ziehen!
  • Der Hund muss den Tisch aus Laufrichtung von vorne oder von der Seite (rechts oder links) angehen und hinaufspringen. Springt er von der gegenüberliegenden Seite, bekommt er eine Verweigerung, darf aber trotzdem drauf bleiben
  • Unter den Tisch kriechen
  • Von der falschen Seite auf den Tisch springen (aus Laufrichtung darf der Hund nur frontal oder von der rechten oder linken Seite auf den Tisch springen, nicht von der hinteren Seite)

Disqualifikation

Bei Überschreitung der Maximalzeit scheidet das Team leider aus. Bei einer Disqualifikation darf man den Parcours in der Regel allerdings trotzdem noch zu Ende laufen.
Folgende Gründe führen außerdem zur Disqualifikation:

Beim Hund…

  • Trägt noch Halsband oder Geschirr
  • Löst sich im Parcours
  • Verlässt den Ring
  • Ist außer Kontrolle des Hundeführers oder schnappt/attackiert den Hundeführer wiederholt
  • Drei Verweigerungen in einem Lauf
  • Bewältigen eines Hindernisses, das noch nicht an der Reihe ist (Betreten mit einer Pfote bei z.B. Tunnel oder Kontaktzonenhindernis reicht schon aus)
  • Bewältigen eines Hindernisses von der falschen Seite
  • Ein Hindernis auslassen
  • Beim Sicherheitsreifen: Er zerfällt in Teile, während der Hund verweigert
  • Ein Gerät wird so zerstört, dass es nicht mehr korrekt gearbeitet werden kann

Beim Menschen…

  • Unkorrektes Verhalten gegenüber dem Prüfungsrichter
  • Misshandlung (Schlagen etc.) des Hundes
  • Starten vor Freigabe durch den Richter
  • Ein Hindernis selbst überspringen, unterlaufen oder überlaufen
  • Elektronische Zeitmessung am Tisch auslösen
  • Etwas in der Hand halten
  • Den Hund am Start zurück nehmen, wenn er die Startlinie/erste Hürde schon überschritten hat, es sei denn, der Richter hat die Anweisung gegeben
  • Den Lauf ohne Genehmigung des Richters abbrechen
  • Ein Gerät wird so zerstört, dass es nicht mehr korrekt gearbeitet werden kann

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