All about Agility – Teil 1: Kurzbeschreibung & die Klassen

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Vor zwei Jahren habe ich damit begonnen, Texte über Agility zu verfassen. Auch die Illustrationen dazu sind selbst erstellt. In den nächsten Tagen werde ich immer wieder Fortsetzungen zu den vorangegangenen Texten einstellen. Die Texte beinhalten meine persönliche Meinung & Ansicht zu dem Sport, wenn ihr andere Ansichten habt, könnt ihr die gern in der Kommentarfunktion teilen. Sollte irgendetwas nicht mehr stimmen bzw. nicht mehr aktuell sein, bitte ich auch um Verbesserung! 😀 Viel Spaß beim Lesen 🙂

Beim Agility gilt es, einen Parcours aus verschiedenen Hindernissen in einer bestimmten Reihenfolge möglichst geschickt, ohne Fehler und in einer schnellen Zeit, zu bewältigen. Dabei muss der Hundeführer den Hund nur mithilfe seiner Körpersprache und verbalen Kommandos durch den Parcours leiten. Doch bevor es überhaupt an einen großen Parcours geht, müssen natürlich die einzelnen Geräte gründlich geübt werden, um dem Hund ein „gelenkschonenendes“ Training zu ermöglichen.

Wenn der Hund nun alle Geräte beherrscht, die in dem Trainingsparcours vorkommen, muss natürlich auch die Führtechnik des Hundeführers intensiv geübt werden. So gibt es verschiedene Wechsel vor und hinter dem Hund, verschiedene Drehungen und Positionen, um den Hund möglichst auf der Ideallinie durch den Parcours zu führen.

Da beim Agility im Grunde genommen jedes Hindernis die Gelenke, Sehnen und Bänder der Hunde beansprucht (sogar der Tunnel in gebogener Form), sollten nur komplett gesunde Hunde diesen Sport in vollem Maße betreiben. Eine tolle Alternative für Hunde mit Handicap ist allerdings das Hoopers-Agility aus Amerika, bei welchem die Hunde durch Tore laufen, statt über Hürden zu springen.

Bei jedem Hund jedenfalls gilt: Es sollte dem Hund Spaß machen und kein Druck dahinter stecken! Sobald der Hund keinen Spaß am Agility-Parcours hat, ist es nicht sinnvoll, mit ihm zwangsweise weiterzutrainieren. Das bringt nur Frust – für Hund und Hundehalter. Oft bringt dann auch schon eine kleine Pause etwas.

[Die aktuelle VDH Prüfungsordnung (Stand 2012) findet ihr hier]


Turnierklassen

Leistungsklassen
Im Agility auf Turnieren wird der Schwierigkeitsgrad des Parcours in den verschiedenen Leistungsklassen nach und nach erhöht. Um an Agility-Turnieren teilnehmen zu können, muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein und eine anerkannte Begleithundeprüfung bestanden haben.

Die Einstiegsklasse » A1
Die mittlere Klasse » A2
Die höchste und schwerste Klasse » A3 
Für Hunde ab 6 Jahren » Seniorenklasse

Ab einem Alter von 6 Jahren dürfen Hunde in der sogenannten Seniorenklasse starten, um die Belastung für ältere Agility-Hunde zu verringern. In der Klasse sind die Hindernisse niedriger, Slalom und Reifen fallen ganz weg. Ein Umstieg in diese Klasse ist freiwillig, man kann danach aber nicht wieder zurück wechseln.

Man muss in der A1 beginnen. Um in eine höhere Klasse aufzusteigen gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Drei fehlerfreie Läufe und eine Platzierung (unter den ersten Drei)
2. Fünf fehlerfreie Läufe (von mindestens zwei unterschiedlichen Leistungsrichtern bewertet)

Größenklassen
Damit Agility auch fair ist und die “Zwerge” nicht gegen die großen “Langbeinigen” antreten müssen, wird Agility als Turniersport in drei Größenklassen unterteilt. Diese werden anhand der Schulterhöhe des Hundes eingeteilt:

Unter 35 cm » Small (oder Mini)
35 bis 42,99 cm » Medium (oder Midi)
Ab 43 cm » Large (oder Standard)


Wettbewerbe
Neben den normalen Agility-Läufen (kurz auch A-Lauf genannt), bei welchen die Ergebnisse in die Leistungskarte eingetragen werden, gibt es noch Varianten.
Eine Variante ist das sogenannte Jumping. Beim Jumping stehen alle Geräte wie im Agility, nur die Kontaktzonengeräte wurden raus genommen. Der Jumping ist schon fast ein fester Bestandteil eines jeden Agility-Turniers. Die Klassen werden entsprechend der Leistungs- und Größenklassen eingeteilt.

Außerdem steht es jedem Veranstalter frei, sogenannte Spiele zu veranstalten. Die Regeln darf der Veranstalter hier selbst festlegen – dies ist meist sehr lustig. Hier findet auch kein Eintrag in die Leistungskarte statt.


„Warum unter Turnierbedingungen trainieren, wenn ich keine Turniere laufen will?“

Das ist eine berechtigte Frage. Die Gegenfrage dazu würde lauten: Warum dem Hund Agility nur 0815 beibringen, wenn er viel mehr kann – und vor allem, wenn es gelenkschonender ist, wenn man im Training auf korrektes Sprungtraining, Kontaktzonentraining und eine gesunde Führweise mit Ideallinie und Wechseln für einen flüssigen Lauf achtet?

Denn ein Hund, der nur irgendwie über eine Hürde hüpft, sich danach noch in die falsche Richtung dreht, weil er keine richtige Richtungsanweisung bekommen hat und sich um die eigene Achse drehen muss, der läuft nicht wirklich gelenkschonend. Auch ein großer Hund, der sehr schnell über sehr niedrige Hürden springt, gewöhnt sich mit der Zeit eine sehr flache Sprungweise an, die teilweise schädlicher für die Gelenke sein kann, als korrektes höheres Springen.

Allgemein kann man zum Springen sagen: Für gezieltes Sprungtraining sollten die Sprünge auf der jeweiligen Standard-Höhe liegen. Trainiert man allerdings mit einem anderen Schwerpunkt, z.B. den Slalom oder schwierige Tunneleingänge, so sollte man die Hürden niedriger legen.

Aber auch ein “mal eben über die A-Wand laufen” kann äußerst ungesund sein, vor allem, wenn der Hund dann auch noch abspringt. Klar, wenn der Hund sowas ein-zwei Mal macht, ist das nicht so tragisch. Aber wenn der Hund regelmäßig trainiert, sollte man stark darauf achten, dass man dem Hund ein gesundes Training bietet, denn darauf kann der Hund nicht selbst achten.

Gesundheit ist für mich auch im Agility das Allerwichtigste und steht an erster Stelle!

[Weiterlesen: All about Agility – Teil 2: Die Agility-Geräte & Regeln im Parcours]

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